Fest oder frei: was am Monatsende bleibt

Die Frage kommt bei uns in fast jedem Gespräch, und sie wird fast immer falsch gerechnet. Nicht weil jemand schlecht rechnet, sondern weil zwei Zahlen verglichen werden, die verschiedene Dinge messen.

Ein Jahresgehalt bezahlt ein Jahr. Ein Tagessatz bezahlt einen Tag. Dazwischen liegen alle Tage, an denen niemand arbeitet und trotzdem Geld fließt oder eben nicht fließt.

Die eine Rechnung, die man zuerst machen sollte

Nehmen wir eine unserer Stellen: Bauleitung TGA, oberer Rand der Spanne, 75.000 Euro brutto im Jahr.

Ein Jahr hat 365 Tage. Davon sind 104 Wochenende, bleiben 261. In Nordrhein-Westfalen kommen rund 11 Feiertage dazu, bleiben 250. Bei 30 Tagen Urlaub bleiben 220 Arbeitstage.

75.000 Euro auf 220 Arbeitstage sind rund 341 Euro je Arbeitstag.

Diese Zahl ist die Untergrenze für jeden Vergleich, und sie ist noch zu niedrig. Wer krank ist, bekommt sein Gehalt weiter: Bei zehn Krankheitstagen sind es 210 tatsächlich gearbeitete Tage und damit rund 357 Euro. Ein Selbstständiger, der zehn Tage krank ist, schreibt zehn Tage nicht.

Und der Arbeitgeber zahlt zusätzlich seinen Anteil an der Sozialversicherung. Der taucht auf keiner Gehaltsabrechnung als Zahl auf, die man vergleichen könnte, aber er ist Teil dessen, was die Stelle kostet und was die Selbstständigkeit selbst tragen muss.

Und die 341 Euro sind noch nicht die richtige Zahl

Was eine Stelle den Arbeitgeber kostet, ist mehr als das Bruttogehalt. Dazu kommt sein Anteil an der Sozialversicherung, und der taucht auf keiner Gehaltsabrechnung als Vergleichszahl auf.

Angenommen, dieser Anteil liegt bei rund einem Fünftel: Dann kostet eine Stelle mit 75.000 Euro brutto den Arbeitgeber rund 89.000 bis 90.000 Euro im Jahr. Auf 220 Arbeitstage gerechnet sind das rund 406 bis 409 Euro je Tag.

Das ist die Zahl, mit der ein Tagessatz verglichen gehört, nicht die 341. Denn genau diesen Anteil trägt ein Selbstständiger selbst, und zwar in voller Höhe.

Was der Tagessatz alles abdecken muss

Ein Tagessatz ist Umsatz, kein Einkommen. Davon gehen ab:

die Tage ohne Projekt, Kranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe, die Altersvorsorge, Berufshaftpflicht, Steuerberatung, Buchhaltung, Fahrzeug, Werkzeug, Weiterbildung, und die Zeit für Akquise und Angebote, die niemand bezahlt.

Wer ehrlich rechnet, legt deshalb nicht mit dem Tagessatz los, sondern mit der Zahl der Einsatztage, die er für ein Jahr für realistisch hält.

Rechnen Sie es einmal in diese Richtung

Bei 220 Einsatztagen im Jahr, also praktisch ohne Lücke, braucht es rund 341 Euro Tagessatz, um denselben Umsatz zu erreichen wie 75.000 Euro Jahresgehalt. Ohne alle oben genannten Kosten.

Bei 200 Einsatztagen sind es rund 375 Euro. Bei 180 Tagen, also mit rund zwei Monaten ohne Projekt, rund 417 Euro.

Und das ist erst der Punkt, an dem die Selbstständigkeit gleichauf liegt. Alles, was sie attraktiv macht, kommt erst darüber.

Die Lücke, an die beim Wechsel niemand denkt

Der Angestellte bekommt sein Gehalt am Monatsende für den Monat, den er gerade gearbeitet hat. Der Selbstständige schreibt am Monatsende eine Rechnung.

Zwischen der Rechnung und dem Geld liegt das Zahlungsziel. Wer am 31. Januar seinen ersten Monat abrechnet und ein Zahlungsziel von 30 Tagen hat, sieht das Geld Anfang März. Das sind zwei Monate nach dem ersten Arbeitstag, in denen Miete, Versicherung und Vorauszahlungen weiterlaufen.

Diese Lücke ist einmalig, sie kommt nur beim Start. Aber sie ist der häufigste Grund, warum der Schritt am Ende doch nicht gemacht wird, und sie taucht in keiner Tagessatzrechnung auf.

Wer den Wechsel plant, sollte deshalb nicht fragen, ob der Tagessatz reicht, sondern ob die ersten zwei Monate ohne Eingang zu überbrücken sind. Genau dafür bereiten wir den Schritt gemeinsam vor, statt ihn an einem Stichtag zu vollziehen.

Was diese Rechnung nicht ist

Sie ist keine Steuerberatung, und sie soll keine sein. Wie sich brutto zu netto verhält, hängt von Ihrer Steuerklasse, Ihrer Krankenversicherung und Ihrer Familiensituation ab, und dazu sagen wir nichts.

Was sie leistet, ist die Vorstufe: Sie zeigt, welche Zahl Sie überhaupt vergleichen müssen, bevor ein Steuerberater etwas ausrechnen kann.

Warum wir hier keinen eigenen Tagessatz nennen

Weil er vom Projekt abhängt und wir keine Zahl hinschreiben, die wir nicht für jeden Fall belegen können. Was wir zahlen, steht in der Anfrage und im Angebot, nicht in einem Ratgeber.

Die Jahresgehälter der Festanstellungen dagegen stehen offen da: zwischen 48.000 und 95.000 Euro, in jeder einzelnen Anzeige.

Der Teil, der in keiner Rechnung auftaucht

Selbstständigkeit passt nicht in jede Lebensphase. Ein Hausbau, ein krankes Elternteil, ein Kind, das gerade eingeschult wird: Es gibt Jahre, in denen ein festes Einkommen mehr wert ist als ein höherer Satz.

Wenn das eintritt, sprechen wir über einen Rückweg in die Festanstellung. Das ist keine Garantie, und wir schreiben hier keine hin, die wir nicht halten können. Es ist eine Zusage, dass die Frage gestellt werden darf, ohne dass jemand sein Gesicht verliert.

Wie es weitergeht

Mehr zur Begleitung in die Selbstständigkeit: nc-tronix.de/freelance.html

Alle zehn Anzeigen (m/w/d) mit Gewerk, Einsatzort und Gehalt: nc-tronix.de/karriere.html

Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf an verkauf@nc-tronix.de, Betreff KARRIERE. Antwort innerhalb von 48 Stunden, auch wenn es nicht passt.